Angeregt durch den Chemieunterricht fand ich Gefallen an diesem Thema. In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts war Chemie noch ein Begriff für Fortschritt. Heute ist es ja „schrecklich, wenn irgendwo Chemie drin ist“. Sicher auch der Verflachung von Bildung geschuldet, können viele nicht begreifen, daß alles was uns umgibt mehr oder weniger „Chemie“ ist. Würze ich die Speisen mit Kochsalz, nehme ich eine reine anorganische Verbindung -NaCl- , in den Kaffee gebe ich eine organische Substanz, den Zucker.

Jedenfalls erlernte ich den Beruf eines Chemiefacharbeiters im damaligen VEB Fahlberg-List Magdeburg. 1971-75 schloss sich nach der Armeezeit das Studium zum Diplomchemiker an. An der TH Leuna-Merseburg gab es die Spezialisierungsmöglichkeit zum Fotochemiker, dazu gehörte u.a. auch die fotografische Chemie. Ziel der Forschungsarbeiten war es, die üblichen Silbersalze in der Fotografie durch andere Substanzen zu ersetzen, da man noch in den 70er Jahren davon ausging, dass die Silbervorräte in der Welt zum Ende des Jahrhunderts knapp werden. Damals hat man sich noch nicht vorstellen können, dass eines Tages der Hauptteil der Fotografie digital erfolgen wird.

Die Beschäftigung mit der fotografischen Chemie führte dazu, dass sich neben dem Amateurfunk ein weiteres Hobby für mich erschloss, die Fotografie. So richtete ich mir ein Fotolabor ein, dabei waren die Neubauwohnungen recht praktisch, das Bad ohne Fenster war die ideale Dunkelkammer.....

Nach dem Studium 1975 waren Arbeitsplätze für Chemiker knapp. Wurden noch 1970/71 massenhaft Studenten für die Chemie gewonnen („Chemisierung der Volkswirtschaft“), wurden viele Projekte ab Mitte der 70er Jahre gestrichen. Nun gab es eine „Chemikerschwemme“. So landete ich erst einmal in der Kohle. 1981 ergab sich die Möglichkeit, in das Gesundheitswesen zu wechseln. Als Fachbearbeiter Chemische Schadstoffe in der Arbeitswelt konnte ich mich auf dem Gebiet der Industrietoxikologie weiterentwickeln. Für den Bezirk Cottbus richtete ich ein Labor für die Spurenanalytik ein mit dem Fokus auf Schwermetalle wie Blei im Blut, Cadmium im Urin etc. Es schloss sich in den 80er Jahren ein Postgradualstudium an zum Fachchemiker der Medizin. Und 1990 war es vorbei. Als „Abwicklungsbeauftragter“ wurde die Laboreinrichtung aufgelöst. Dann erfolgte wie für viele DDR-Bürger eine Neuorientierung. So wurde ich für 4 Jahre Pharmavertreter, ehe ich mich 1994 erst mit einem Fotogeschäft und -nach einer Insolvenz wieder neu anfangend- 2001 mit Mobilfunk selbständig machte.

Und 2005 war es dann soweit, dass ich meinen Traum vom Fliegen wahr machen konnte. Siehe unter „Fliegerei“.

Quintessenz: Hinfallen kann jeder mal, nur Liegenbleiben ist schädlich....

 

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-per aspera ad astra-

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